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COPD – chronic obstructive pulmonary disease

COPD steht für „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ bei der es zu einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege kommt. Die Lungenbelüftung wird beeinträchtigt. Vermehrte Schleimproduktion in den Atemwegen und entzündungsbedingte Schleimhautschwellungen behindern die Luftströmung. Es kommt zu einer Sauerstoffunterversorgung. Zudem wird das Lungengewebe geschädigt und mitunter zerstört (Emphysem).

Anfängliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kurzatmigkeit bei Belastung werden von den Betroffenen meist mit „ich hab´ halt keine Kondition“ verwechselt. Oft erst bei fortgeschrittener Erkrankung oder einer akuten Exacerbation (Verstärkung der Symptomatik wie starke Atemnot und eitriger Auswurf) suchen Betroffene einen Arzt auf.

Das Spektrum der Maßnahmen reicht von medikamentöser Basistherapie über Bewegungstherapie bis hin zur Langzeit-Sauerstofftherapie und nichtinvasiver Beatmung. In seltenen Fällen kann es auch zu operativen Eingriffen kommen.

Im Rahmen von ambulanten oder stationären Aufenthalten in Krankenhäusern und Rehabilitationszentren werden den Patientinnen und Patienten neben Physiotherapie, Raucherberatung, psychologischer Unterstützung und Maltherapie auch verschiedene Körpertherapien wie Tanztherapie, Yoga und Atempädagogik angeboten.

 

ATMEN HEISST LEBEN

Atempädagogik bei COPD

Seit einigen Jahren arbeite ich u. a. mit Menschen, die an COPD erkrankt sind. Die Tätigkeit im Krankenhaus, in eigener Praxis und in der Selbsthilfegruppe ist eine wunderbare Aufgabe, eine „Arbeit an der Basis“ wie ich sie sehr gerne bezeichne. Kaum jemand ist mehr mit dem Thema Atem konfrontiert, als Menschen mit Lungenerkrankungen.

Die Schulung der Körperwahrnehmung, um Vorboten und Auslöser einer akuten Atemnot zu erkennen und um rechtzeitige Gegenmaßnahmen einzuleiten, sowie das Entspannen, um die Bronchialmuskulatur zu entkrampfen, stehen im Vordergrund der Arbeit. Atempädagogische Interventionen helfen, das Zwerchfell anzuregen und die Beweglichkeit im Brustkorb zu erhalten. Behutsames Tönen bringt das Zwerchfell in Bewegung, fördert den Ausatem und lässt die COPD-PatientInnen ihren reflektorischen Einatem wahrnehmen. Atemerleichternden Körperhaltungen unterstützen beim Abhusten und werden dankbar angenommen.

Immer wieder bekomme ich die Rückmeldung wie wohltuend Atempädagogik ist, da eine Stunde lang nicht be- oder ausgewertet wird und nichts „richtig“ gemacht werden muss. Einfach wahrzunehmen, was ist und sich in den eigenen – oft sehr beschränkten Möglichkeiten – zu bewegen, schafft Gelassenheit und Akzeptanz der eigenen Grenzen. Den meist so belastenden Atem für eine kurze Zeit – wenn auch manchmal nur für einen Augenblick – als „ganz normal“ zu erleben, nimmt Angst und Hoffnungslosigkeit.

In der Arbeit mit COPD Patienten wird also geklopft, gestrichen, gedehnt, bewegt, begriffen (physisch und kognitiv) und wahr-genommen. Doch das ist das Allerwichtigste: es wird viel gelacht. Denn: Lachen bringt nicht nur das Zwerchfell, sondern auch Geist und Seele ins Schwingen!

 

Übrigens: Wußten Sie, dass…

  • …bisher galt, dass COPD, neben Lungenkrebs, als die Raucherkrankheit schlechthin galt? Doch heute weiß man, dass nicht nur Raucher unter chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen leiden. (AKH Linz, 19. November 2014)
  • …COPD sich zu einem Volksleiden entwickelt hat und bis zum Jahr 2030 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein könnte? (derstandard 26.09.17)
  • …am 31. Mai 2018 der Weltnichtrauchertag stattfindet? Initiiert wurde der Tag durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um auf den weltweiten Tabakkonsum und die durch diesen verursachten Todes- und Krankheitsfälle aufmerksam zu machen.